Teige und Grundlagen

Sauerteig-Anstellgut

Fast jedes Anstellgut wird am dritten Tag weggeworfen, genau dann, wenn es aufhört zu blubbern und seltsam riecht. Das ist kein Fehler: Es ist der Wechsel von den Bakterien der Kornoberfläche zu den echten Hefen. Wer weiterfüttert, hat nach einer Woche eine Kultur, die sich verdoppelt und nach Joghurt und Apfel riecht.

Zum Rezept
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Sauerteig-Anstellgut – das fertige Gericht
Vorbereitung
20 Min.
Ruhezeit
168 Std.
Gesamt
168 Std. 20 Min.
Portionen
1
Schwierigkeit
Mittel
Pro Portion
520 kcal

Zutaten

  • Was du stattdessen nehmen kannst

    Roggen kommt zuverlässiger in Gang als helles Mehl, weil auf der Schale mehr Wildhefen sitzen. Ohne Roggen Vollkornweizen nehmen.

Ergibt: 1 Glas Anstellgut, etwa 300 g

Zubereitung

  1. Schritt 1: Tag 1: der Ansatz

    In einem sauberen Glas 50 g Roggenmehl mit 50 ml Wasser von 30 °C zu einer Konsistenz wie dicker Sauerrahm verrühren. Locker abdecken — es muss atmen — und bei 24–26 °C halten.

  2. Schritt 2: Tag 2: erstes Füttern

    Weitere 50 g Roggenmehl und 50 ml Wasser zugeben, ohne etwas zu verwerfen. Es kann kräftig blubbern: Das sind Bakterien von der Kornoberfläche, keine Hefen.

  3. Schritt 3: Tag 3: die Flaute

    Die Blasen hören auf, und der Geruch wird flach oder käsig. Das ist der Punkt, an dem die meisten Ansätze in den Müll wandern, und genau der Punkt, an dem man weiterfüttern muss. 50 g behalten, 50 g Mehl und 50 ml Wasser zugeben.

  4. Schritt 4: Tage 4–5: alle 12 Stunden

    Zweimal täglich 50 g Anstellgut behalten und mit 50 g Mehl und 50 ml Wasser füttern. Ab hier kann man auf helles Mehl wechseln oder halb und halb arbeiten; Roggen gärt schneller.

  5. Schritt 5: Tag 6: Lebenszeichen

    Das Anstellgut soll in 5–6 Stunden um die Hälfte bis aufs Doppelte steigen, von Löchern durchzogen sein und nach Joghurt und Apfel riechen.

  6. Schritt 6: Tag 7: die Schwimmprobe

    Füttern, den Höhepunkt abwarten und einen Teelöffel in ein Glas Wasser geben: Aktives Anstellgut schwimmt. Sinkt es, noch 2–3 Tage weiterfüttern — eine Frage der Zeit, nicht des Fehlers.

  7. Schritt 7: Am Leben halten

    Bei Raumtemperatur zweimal täglich füttern. Im Kühlschrank einmal pro Woche: 50 g behalten, mit 50 g Mehl und 50 ml Wasser füttern, eine Stunde warm stehen lassen und zurückstellen.

  8. Schritt 8: Vor dem Backen

    12 Stunden vorher herausnehmen, zweimal füttern und auf dem Höhepunkt verwenden — wenn es nicht mehr steigt, aber noch nicht zu fallen begonnen hat.

Tipps & Varianten

  • Tipp

    Sieben Tage ist die ehrliche Zahl, und sie hängt von der Wärme ab. Bei 20 °C braucht ein Anstellgut 10–12 Tage, bei 26 °C passt es in eine Woche.

  • Alternative

    Roggen kommt zuverlässiger in Gang als helles Mehl, weil auf der Schale mehr Wildhefen sitzen. Ohne Roggen Vollkornweizen nehmen.

  • Tipp

    Gechlortes Leitungswasser hemmt die Bakterien. Es einige Stunden stehen lassen oder gefiltertes Wasser verwenden.

  • Aufbewahrung

    Eine graue Flüssigkeit obenauf bedeutet nur Hunger: abgießen und füttern. Rosa oder orange Flecken, Flaum oder Acetongeruch heißen: ganzes Glas weg und neu anfangen.

Nährwerte

Ungefähre Nährwerte pro Portion und für das ganze Gericht
1 Portion Ganzes Gericht 1 Portion
Brennwert520 kcal520 kcal
Eiweiß15 g15 g
Fett2 g2 g
Kohlenhydrate108 g108 g

Näherungswerte, berechnet aus Standard-Nährwertangaben der Zutaten.

Erfahrungen und Fragen

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